Infos über Volkskrankheiten

Liebe Patientinnen und liebe Patienten,

„Man ist, was man isst“ Dieses alte Sprichwort möchte uns vielleicht sagen wie wichtig die Ernährung für unsere Gesundheit ist. Die körperliche Tätigkeit der Mehrheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ist deutlich weniger geworden als die ihrer Vorfahren. Die Ernährungsgewohnheiten haben sich diesbezüglich aber nicht wesentlich verändert.

Die Meisten von uns essen viel mehr Kohlenhydrate und Fett als wir für die Erbringung unserer täglichen körperlichen Tätigkeiten nötig hätten. Der so entstandene Überschuss an Kalorien führt nicht nur zu Fetteinlagerung in die Zellen des Fettgewebes, sondern auch in die Zellen der Leber.

Die Folgeerkrankungen von Überernährung, gehören zu den so genannten Wohlstandskrankheiten. Dazu zählen unter anderen Fettleibigkeit (Adipositas), Fettleber, Metabolisches Syndrom, Diabetes Mellitus vom Typ 2b, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenarterienstenose, periphere Arterienverschluss Krankheit. In den Industrieländern sind diese Wohlstandskrankheiten, durch ihre Häufigkeit und sozial-wirtschaftlichen Auswirkungen, auch als Volkskrankheiten ernannt worden.

Volkskrankheit Adipositas (Fettleibigkeit)

Nach dem Body-Mass-Index (BMI) der Patienten wird die Adipositas (Fettleibigkeit) in folgende Schweregrad-Stufen eingeteilt:

  • Übergewicht
    bei BMI: 25-29.9 kg/m²,
  • Adipositas Grad 1.
    bei BMI: 30-34,9 kg/m²,
  • Adipositas Grad 2.
    bei BMI: 35-39,9 kg/m²,
  • Adipositas Grad 3.
    bei BMI: > 40 kg/m².

Wegen dem erhöhten gesundheitlichen Risiko von Adipositas wird die Gewichtsreduktion dieser Patienten von den Krankenkassen zusätzlich durch Ernährungsberatungen, Kochkurse, REHA-Maßnahmen gefördert.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Krankenkasse, wir werden Sie unterstützen.

Volkskrankheit Fettleber

In den Industrieländern soll laut Studienlage bei ⅓ der Bevölkerung in 5 % ihrer Leberzellen pathologischer Fetteinlagerungen nachgewiesen worden sein.
Dieser Leberverfettungszustand wurde Fettleber genannt.
Bei ¼ der Fettleberpatienten wurde die pathologische Verfettung sogar bei 50 % der Leberzellen festgestellt. Bei diesem fortgeschrittenen Leberverfettungszustand sind auch Laborwerte wie GOT, GPT, Gamma-GT, AP, Albumin erhöht.
Bildgebende Verfahren wie Sonographie, MRT und Abdomen CT sowie auch die Leberpunktion liefern wichtige Befunde für die Diagnose und Verlaufskontrollen.

Fettleber mit erhöhter Gamma-GT, GOT u. GPT wurde Fettleberhepatitis = Steatohepatitis genannt.
Weil früher die Fettleberhepatitis (Steatohepatitis) in den meisten bekannten Fällen offensichtlich durch Alkoholabusus verursacht war, wurden sie eine die Kategorie der Alkoholische Fettleberhepatitis = Alkoholische Steatohepatitis (ASH) und eine zweite Kategorie der Nicht Alkoholische Fettleberhepatitis = Nicht Alkoholische Steatohepatitis (NASH) unterteilt.
Sowohl NASH als auch insbesondere ASH können unbehandelt zur Leberzirrhose und sogar zu Leberkrebs führen.
In den Industrieländen wurde bei 50 % der mit Leberzirrhose erkrankten Patienten eine Alkoholische Fettleberhepatitis (ASH) als Ursache nachgewiesen.
Bei 90 % der an Nicht Alkoholische Fettleberhepatitis = NASH erkrankten Patienten konnte Fettleibigkeit (Adipositas), Metabolisches Syndrom, Diabetes Mellitus vom Typ 2b festgestellt werden.
Demzufolge gibt es diesbezüglich ein Grund mehr unsere Ernährungsweise zu überdenken.

In der alltäglichen Hausarztpraxis kann eine Leberverfettung schon im frühen Stadium mittels Abdomen-Sonographie erkannt werden, noch bevor die Laborwerte Gamma-GT, GOT, GPT erhöht sind.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Hausarzt,

Dr. Arnold Anton Schmidt

  • Bibliographie: Innere Medizin, Duale Reihe, 2013 u. Innere Medizin, Herold, 2014